Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 17. und 18.11.2021 wird unsere 8. Interdisziplinäre Trauma-Fachtagung stattfinden. Nachdem sie im vergangenen Jahr bedauerlicherweise verschoben werden musste, haben wir neue Wege gesucht, damit die Veranstaltung in diesem Jahr auf alle Fälle stattfinden kann.

Unser neues Konzept sieht eine Hybrid-Veranstaltung vor – am 17.11. soll eine Präsenzveranstaltung mit begrenzter Teilnehmerzahl stattfinden. Die Veranstaltung wird gleichzeitig per Live-Stream online übertragen. Für diese Übertragung ist eine gesonderte Moderation geplant, über die auch Fragen direkt in die Veranstaltung weitergeleitet werden können.

Die für den zweiten Tag geplanten Workshops werden teilweise als Präsenzveranstaltung, teilweise als Webinar durchgeführt.

Wir freuen uns sehr, dass wir schon jetzt viele unserer Referentinnen und Referenten, die wir im vergangenen Jahr eingeplant hatten, dafür gewinnen konnten, ihre Themen in diesem Jahr zu präsentieren. Unsere Vorbereitungen laufen auf Hochtouren –  wir hoffen, dass wir bald mit der Anmeldung für die interessanten und vielseitigen Vorträge und Workshops starten können.

Unter anderem sind in diesem Jahr dabei:

  • Dr. Harald Karutz
    (Diplom-Pädagoge) Medical School Hamburg           
    „Psychosoziale Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen – Erkenntnisse aus dem KiKat-Projekt“
    Von 2016 bis 2020 hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ein Forschungsprojekt finanziert, in dem die Psychosoziale Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen in komplexen Gefahren- und Schadenslagen untersucht werden sollte. Konkret ging es darum, Schwachstellen und Defizite der bisherigen Versorgungssituation zu analysieren und konkrete Optimierungsvorschläge für Einsatzorganisationen, Kommunen, Bundesländer und den Bund zu erarbeiten. Ergebnisse des Projektes werden im Vortrag vorgestellt.

 

  • Renate Jegodtka
    (Sozial-Pädagogin) Zentrum für systemische Beratung und Therapie in Weyhe
    „Kim, Tim-Tiger und das gefährliche Etwas – Mit Bilderbüchern traumatisierte Kinder und ihre Familien stärken“
    In der psychosozialen Traumaarbeit begegnen uns immer wieder Familien, in denen sich traumatische Sprachlosigkeit ausgebreitet hat. Hier erweisen sich Bilderbücher als ein Medium, das in wunderbarer Weise geeignet ist, die jungen Betrachter*innen und ihre Eltern anzuregen: die Bilder inspirieren zu Worten und lassen neue Worte finden. Und umgekehrt – Worte regen Bilder an, sodass kaum Sagbares in leisen Tönen Raum finden kann. Dieser Vortrag stellt grundlegende Überlegungen zur traumasensiblen Arbeit mit Bilderbüchern vor.

 

  • Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff
    (Diplom Psychologe; Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut) Zentrum für Kinder- und Jugendforschung an der Evangelischen Hochschule Freiburg
    „Kinder stärken! Förderung der seelischen Widerstandskraft (Resilienz) in Kita und Schule“
    Das Konzept der Resilienz hat zunehmende Beachtung und Bedeutung in Psychologie, Pädagogik und Gesundheitswissenschaften. Im Vortrag werden zunächst das theoretische Modell und die entsprechenden zentralen Erkenntnisse zu Schutzfaktoren für die Entwicklung psychischer Gesundheit und seelischer Widerstandskraft – auch anhand vieler praktischer Beispiele – dargestellt. Daran anknüpfend werden Möglichkeiten der Förderung der Resilienz in den Lebenswelten Kindertageseinrichtung bzw. Schule dargestellt.

 

  • Dr. Ingo Schäfer
    (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
    „Trauma und Substanzmissbrauch“
    Suchtprobleme zählen zu den häufigsten Folgen traumatischer Erfahrungen. Oft treten sie gemeinsam mit weiteren Traumafolgen wie der Posttraumatischen Belastungsstörung auf.  Bei Betroffenen müssen beide Problembereiche im Rahmen der Beratung und Behandlung berücksichtigt werden, um eine langfristige Stabilisierung zu erreichen. Im Vortrag werden unterschiedliche Aspekte des Zusammenhanges zwischen traumatischen Erfahrungen, posttraumatischen Störungen und Suchterkrankungen diskutiert und Konsequenzen für die Praxis daraus abgeleitet.

 

  • Elisabeth Hüttche
    (Dipl. Psychologin) Wendepunkt e.V.            
    „Psychosoziale Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen – Erkenntnisse aus dem KiKat-Projekt – Was bedeutet das für die Arbeit in Einrichtungen mit Kindern?“    
    In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit einzelnen Aspekten aus dem KiKat-Projekt, das zu psychosozialen Bedürfnissen und Bedarfen von Kindern und Jugendlichen in der Akutphase komplexer Gefahren- und Schadenslagen forscht. Wir schauen gemeinsam, wie man die Ergebnisse für unsere Arbeit und für unsere Einrichtungen nutzbar machen kann. Wie kann man auf Grundlage der aktuellen Forschungsergebnisse gute Konzepte für Einrichtungen entwickeln oder bestehende Konzepte aktualisieren, und welche Hinweise können wir vielleicht auch für unsere alltägliche Arbeit daraus ziehen?

 

  • Karl Michaelis und Jan Vespermann
    (Dipl. Psychologe & systemischer Therapeut i.A.; Dipl. Pädagoge & Kinder- & Jugendlichenpsychotherapeut) Wendepunkt e.V.
    „Erst Betroffene*r, dann Täter*in? Umgang und Herangehensweisen“
    Im Workshop werden Praxis und Theorie verknüpft. Der Fokus liegt auf der therapeutischen Arbeit mit Menschen, die Traumatisches erlebt haben und sich grenzverletzend verhalten. Als erfahrene Praktiker stellen die beiden Referenten ihre Arbeitsweise vor und freuen sich auf eine kollegiale, kontroverse Auseinandersetzung mit der Fragestellung. Ausgehend von einem beispielhaften Fallverlauf sollen die verschiedenen Phasen betrachtet, kritische Punkte und wichtige Wegmarken beleuchtet werden. (Erst-) Beratung und therapeutische Ansätze werden differenziert bearbeitet.

 

  • Nina Glassl und Manuel Scherer
    (Sozial-Pädagogin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin i.A.; Musiktherapeut), KJPP des Sana Regio Klinikums Elmshorn
    „Mit Löwen reden – Eigene Gefühle und eigenes Erleben im Kontakt mit traumaassoziierten Anteilen“
    In diesem erfahrungsorientierten Workshop wollen wir gemeinsam mit den Methoden des Psychodramas unsere inneren Anteile entdecken und diese für die Begleitung von Kindern nutzbar machen. In der anschließenden Fallarbeit möchten wir gemeinsam spielerische Schritte in die praktische Umsetzung ausprobieren. Der WS ist geeignet für Fachkräfte, die pädagogisch, beratend oder therapeutisch mit Kindern arbeiten. Wir laden die TN ein zur Selbstreflexion und zum erfahrungsorientierten Lernen mit kreativen Methoden.

Um die lange Wartezeit zu verkürzen, bieten wir am 16.06.2021 und am 07.09.2021 kostenlose Online-Fortbildungen zu traumapädagogischen Themen an. Eine Anmeldung ist bereits jetzt möglich.

16.06.2021 – Traumapädagogik in der psychosozialen Arbeit mit hochbelasteten Säuglingen, Kleinkindern und ihren Bezugspersonen

07.09.2021 – Online-Seminar zu einem traumapädagogischen Thema

 

 Bleiben Sie gesund – herzliche Grüße aus dem Wendepunkt