INFORMATION

Auch in diesem Jahr findet wieder unsere alljährliche Interdisziplinäre Trauma-Fachtagung statt. Für den 21. November haben wir renommierte und interessante Fachleute eingeladen, die Vorträge zu den Themengebieten Trauma – Traumatisierung – Traumafolgestörung halten werden. Geplant sind insgesamt sechs Beiträge und ein Podiumsgespräch – die Veranstaltung wird von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr dauern.

In diesem Jahr planen wir zum ersten Mal auch einen zweiten Tag! Am 22. November 2018 können ausgewählte Themen und Aspekte vom ersten Tag im Rahmen eines Workshops noch einmal vertieft werden.

Kurzinformationen zu Inhalten und Referenten/innen

  • STAIR/NT – ein Therapieprogramm zur Behandlung der Folgen von sexueller und körperlicher Gewalt in der Kindheit“
    Dipl.-Psych. Janine Borowski
    Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
    Sexueller Missbrauch oder körperliche Misshandlungen haben oft nicht nur Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zur Folge, sondern auch weitere Beeinträchtigungen, wie etwa eine eingeschränkte Affektregulation, Schwierigkeiten in interpersonellen Beziehungen und ein negatives Selbstbild. Obwohl gerade diese zusätzlichen Symptombereiche, die inzwischen als typische Beschwerden im Rahmen einer „komplexen PTBS“ interpretiert werden, maßgeblich zu den Alltagseinschränkungen Betroffener beitragen, werden sie in den existierenden Ansätzen zur Behandlung nur selten systematisch berücksichtigt. Bei „STAIR/Narrative Therapie“ handelt es sich um einen solchen Behandlungsansatz, der eine flexible Behandlung von Defiziten der Emotionsregualtion und der interpersonellen Kompetenzen bei traumatisierten Personen erlaubt. Das Therapieprogramm stützt sich auf die langjährige klinische Erfahrung und verschiedene Forschungsarbeiten der Autorinnen (Cloitre et al., 2013) und integriert in einem phasenorientierten Vorgehen wirksame Interventionen zur Behandlung komplexer Traumafolgestörungen. Im Vortrag wird es eine kurze Einführung in das Therapieprogramm gegeben, im Workshop soll auf den individualisierten Einsatz von „STAIR/NT“ sowie auf den Einsatz im Einzel- wie im Gruppensetting eingegangen werden.
  • „Von einsamen Kindanteilen bis distanzierten Beschützern – Schematherapie in Beratung und Therapie“
    Psychologische Psychotherapeutin und Schematherapeutin Kristina Lühr
    Opferhilfe Hamburg
    Die Schematherapie nach J. Young ist eine Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie zur Behandlung von Menschen mit Persönlichkeitsstörungen und chronischen Symptomen. Diesen langfristigen Problemen und Beschwerden liegen oft traumatische Erlebnisse und dysfunktionale Bindungserfahrungen in Kindheit & Jugend zugrunde.
    Die Schematherapie setzt ihren Fokus auf Biographie, universelle Grundbedürfnisse, therapeutische Beziehungsarbeit sowie die emotive Veränderung von Erlebens- und Verhaltensmustern. Sie bietet dazu ein breit angelegtes Instrumentarium aus emotionsorientierten, kognitiven und behavioralen Techniken sowie der systematischen Arbeit mit der Beziehungsgestaltung für Therapie & Beratung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
    Der Vortrag bietet eine kurze theoretische Einführung zur Schematherapie sowie einen Einblick in die Praxis der Anwendung schematherapeutischer Konzepte und Strategien in der Behandlung bei Jugendlichen & Erwachsenen.
  • „Psychosoziale Unterstützung in Akutkrisen – Ein Kriseninterventionsteam als Gemeinschaftsaufgabe von Jugendhilfe, Jugendschutz und Kinder- und Jugendpsychiatrie“
    Dipl.-Soz.Päd. Godeke Klinge
    Pädagogische Initiative Lüneburg
    Seit über 5 Jahren gibt es in Nordostniedersachsen ein Kriseninterventionsteam (KIT K/J Lüneburg) speziell für Kinder und Jugendliche. Wir sind in vielen Fällen potentiell traumarelevanter Ereignisse in Familien, Schulen und im öffentlichen Raum tätig und arbeiten mit vielen anderen Institutionen in einem helfenden Netzwerk zusammen. Der Beitrag zeigt den Weg von der Idee, der Implementierung und der Einbindung des Kriseninterventionsteams in das bestehende kommunale psychosoziale Netzwerk bis hin zu den Erkenntnissen für eine gelingende Betreuungskette.
  • „InnenLeben – Arbeit mit inneren Anteilen in der Traumatherapie“
    Iris Hannig-Pasewald
    Opferhilfe Hamburg
    Jeder Mensch hat verschiedene Charaktereigenschaften, die zumindest konzeptionell verschiedenen inneren Persönlichkeitsanteilen zugeordnet werden können. Bei Menschen mit komplexen Traumafolgen und Dissoziationen können diese Selbstanteile wie eigenständige Persönlichkeiten wirken.
    Die Haltung dieser inneren Anteile kann für Probleme in alltäglichen Situationen sorgen, die Stärken können bei der Bewältigung von schwierigen Situationen helfen.
    Im Vortrag werden unterschiedliche Konzepte und die Möglichkeiten der Arbeit mit inneren Anteilen vorgestellt.
  • „Eine inklusive traumasensible Schule – Strukturen, Konzepte, Methoden“
    Dr. Matthias Schirmer
    Fortbildner für unterrichtsbezogene Schulentwicklung aus Leipzig, Förderschullehrer, Traumafachberater
    Wie können traumapädagogische Ansätze in die Schule integriert werden?  Im Vortrag wird das Konzept einer inklusiven traumasensiblen Schule vorgestellt. Arbeitsstrukturen und traumasensible Methoden für die Institution Schule werden erläutert und unter dem Fokus der Schulentwicklung diskutiert.
  • „Klinische  Rechtsmedizin -Untersuchungsangebote  für  Opfer  von  Gewalt  in  Hamburg  und  Schleswig-­Holstein“
     Antonia Fitzek
    Institut für Rechtsmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 
    Jede Person kann im Alltag mit unterschiedlichen Formen von Gewalt konfrontiert werden. Zu nennen sind hier z.B. häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt, Gewalt gegen alte Menschen und Kindesmisshandlung. Auch  vermeintlich  nicht  offensichtliche  Spuren  von  Gewalteinwirkungen  gilt  es  zu  erkennen,  zu  dokumentieren  und  zu  definieren.  Wir  möchten  Ihnen  sowohl  die  rechtsmedizinische  Herangehensweise  als  auch  Untersuchungsangebote  für  Gewaltopfer  in  Hamburg  und  Schleswig-­Holstein  vorstellen.
  • Podiumsgespräch mit allen Referent*innen

ZIELGRUPPEN

Fachkräfte aus der öffentlichen und freien Jugendhilfe, aus Therapie und Beratung, aus der Medizin sowie aus Kindertagesstätten und Schule

TERMIN

21. November 2018
von 09.00 – 17.00 Uhr
im Elmshorner Dienstleistungszentrum (EDZ)
Ramskamp 71-75, 25337 Elmshorn

KOSTEN

75 € inkl. Suppenimbiss am Mittag und Getränken

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein unterstützt die Tagung dankenswerterweise.

AKKREDITIERUNG

Die Veranstaltung wurde von der Ärztekammer Schleswig-Holstein akkreditiert. Für die Teilnahme erhält man 8 Fortbildungspunkte der Kategorie A.

VERANSTALTER

Interdisziplinäre Trauma-Ambulanz Westholstein

Sie wird gemeinsam getragen von:

  • Wendepunkt e.V.
  • Regio Kliniken Kreis Pinneberg
    • Klinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie
    • Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
  • sowie dem Universitätsklinikum Eppendorf: Institut für Rechtsmedizin

ANMELDUNG

Bis zum 07.11.18 ausschließlich online über das Formular auf dieser Seite.

INFOS als PDF

Vorankündigung 2018 Traumafachtag

EDZ Parkplätze

Anmeldung

(pro Teilnehmer ist eine Anmeldung erforderlich)

€75,00

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