Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

hier finden Sie die Präsentationen unser Referent*innen des 8. Interdisziplinäre Trauma-Fachtagung. Der Fokus lag in diesem Jahr auf den Auswirkungen von frühen traumatischen Erfahrungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und den Lebensweg von Erwachsenen.

Bleiben Sie gesund!


Vorträge 17.11.2021

Prof. Dr. Harald Karutz
(Diplom-Pädagoge) Medical School Hamburg   
„Psychosoziale Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen – Erkenntnisse aus dem KiKat-Projekt“
          
Von 2016 bis 2020 hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ein Forschungsprojekt finanziert, in dem die Psychosoziale Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen in komplexen Gefahren- und Schadenslagen untersucht werden sollte. Konkret ging es darum, Schwachstellen und Defizite der bisherigen Versorgungssituation zu analysieren und konkrete Optimierungsvorschläge für Einsatzorganisationen, Kommunen, Bundesländer und den Bund zu erarbeiten. Ergebnisse des Projektes werden im Vortrag vorgestellt.

Karutz – KIKAT_Ergebnisse – 17.11.2021

 

Dorit Lorenz-Heinrich (Gesang und Schauspiel) – Rainer Lankau (Klavier)
(Traumafachberaterin und Sängerin, Gesangspädagogin – Korrepetitor und Pianist ) freie Praxis – Musikschule
„Trauma & Trost“
Ein szenischer Lieder-Abend, bei dem Dorit Lorenz-Heinrich sowohl die Rolle der Therapeutin Brigitte Hardtmann als auch die der Klientin Maggie Schulz verkörpert. Wir zeigen Höhepunkte einer Traumatherapie, musikalisch durch Lieder und Songs aus vielen Jahrhunderten ausgestaltet.
Es kommen Übergriffe zur Sprache, die aber ressourcenorientiert aufgefangen werden. Maggie Schulz ist Therapie gegenüber erst ablehnend, lässt sich dann aber ein und zeigt typische possttraumatische Folgestörungen auf.

Programmheft Trauma und Trost LiederAbend

TraumaUndTrost_Informationen fuer VeranstalterInnen

 

Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff
(Diplom Psychologe; Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut) Zentrum für Kinder- und Jugendforschung an der Evangelischen Hochschule Freiburg
„Kinder stärken! Förderung der seelischen Widerstandskraft (Resilienz) in Kita und Schule“
Das Konzept der Resilienz hat zunehmende Beachtung und Bedeutung in Psychologie, Pädagogik und Gesundheitswissenschaften. Im Vortrag werden zunächst das theoretische Modell und die entsprechenden zentralen Erkenntnisse zu Schutzfaktoren für die Entwicklung psychischer Gesundheit und seelischer Widerstandskraft – auch anhand vieler praktischer Beispiele – dargestellt. Daran anknüpfend werden Möglichkeiten der Förderung der Resilienz in den Lebenswelten Kindertageseinrichtung bzw. Schule dargestellt.

Fröhlich-Gildhoff – Resilienz – 17.11.2021

 

Prof. Dr. rer.nat Claudia Buß
(Professorin) Charité – Universitätsmedizin Berlin Institut für Medizinische Psychologie
„Stress und pränatale Programmierung der Gehirnentwicklung und das damit zusammenhängende Risiko für psychiatrische Störungen“
Umwelteinflüsse, wie zum Beispiel Stress, während der Schwangerschaft können die embryonale/fetale Entwicklung beeinflussen und sich auf die lebenslange Gesundheit auswirken (“Fetale Programmierung”). Es werden Daten von prospektiven Longitudinalstudien an schwangeren Frauen und ihren Kindern vorgestellt, die zeigen, dass mütterlicher Stress während der Schwangerschaft und auch bereits vorher (in ihrer eigenen Kindheit) mit Veränderungen der Gehirnentwickung und der kognitiven und emotionalen Entwicklung ihres Kindes einhergehen können.

Buß – Stress und pränatale Programmierung der Gehirnentwicklung – 17.11.2021

 

Prof. Dr. Ingo Schäfer
(Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
„Trauma und Substanzmissbrauch“
Suchtprobleme zählen zu den häufigsten Folgen traumatischer Erfahrungen. Oft treten sie gemeinsam mit weiteren Traumafolgen wie der Posttraumatischen Belastungsstörung auf.  Bei Betroffenen müssen beide Problembereiche im Rahmen der Beratung und Behandlung berücksichtigt werden, um eine langfristige Stabilisierung zu erreichen. Im Vortrag werden unterschiedliche Aspekte des Zusammenhanges zwischen traumatischen Erfahrungen, posttraumatischen Störungen und Suchterkrankungen diskutiert und Konsequenzen für die Praxis daraus abgeleitet.

Schäfer – Trauma und Substanzmissbrauch – 17.11.2021
– Folien auf Anfrage –

Workshops 18.11.2021

  • Elisabeth Hüttche           (Webinar)
    (Dipl. Psychologin) Wendepunkt e.V.     
    „Psychosoziale Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen – Erkenntnisse aus dem KiKat-Projekt – Was bedeutet das für die Arbeit in Einrichtungen mit Kindern?“      
    In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit einzelnen Aspekten aus dem KiKat-Projekt, das zu psychosozialen Bedürfnissen und Bedarfen von Kindern und Jugendlichen in der Akutphase komplexer Gefahren- und Schadenslagen forscht. Wir schauen gemeinsam, wie man die Ergebnisse für unsere Arbeit und für unsere Einrichtungen nutzbar machen kann. Wie kann man auf Grundlage der aktuellen Forschungsergebnisse gute Konzepte für Einrichtungen entwickeln oder bestehende Konzepte aktualisieren, und welche Hinweise können wir vielleicht auch für unsere alltägliche Arbeit daraus ziehen?
  • Deborah Braunegger
    (M.Sc. Psych.) Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
    „Trauma und Sucht – eine integrative Behandlung“
    Substanzkonsum zur Regulation hoher Anspannungszustände treten im Rahmen von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) häufig auf. Ein integratives Behandlungskonzept von Abhängigkeitserkrankungen und PTBS wird vorgestellt und diskutiert. Verschiedene Interventionsmöglichkeiten der traumatherapeutischen Behandlung zur Stabilisierung werden erläutert. Ressourcenorientierte Interventionen, Imaginationsverfahren, dialektisch-behaviorale Techniken und Interventionen zur Veränderung interpersoneller Schemata werden erörtert und praktisch erprobt.

  • Theresa Kleih und Dirk Jacobsen        (Webinar)
    (Dipl.-Psych.) Institut für Medizinische Psychologie – Charité Universitätsmedizin Berlin ; (Dipl. – Psych.) Wendepunkt e.V.
    „Kreisläufe früherer Traumatisierungen erkennen und durchbrechen“
    Die (psychobiologischen) Spuren der Vergangenheit der Eltern und die eigenen prägenden Erfahrungen sind bedeutsam für die lebenslange Gesundheit. Der Workshop bietet praktische Beispiele zur Diagnostik von belastenden und traumatischen Erfahrungen über die Lebensspanne und gibt Einblicke in Interventionsmöglichkeiten um Kreisläufe der Traumatisierung zu durchbrechen. Der Workshop eignet sich für Fachkräfte, die pädagogisch, beratend oder psychotherapeutisch tätig sind und mit Eltern arbeiten, die in ihrer Lebensgeschichte eine Vielzahl belastender und traumatischer Erfahrungen ausgesetzt waren.

 

  • Karl Michaelis und Jan Vespermann     
    (Dipl. Psychologe & systemischer Therapeut; Dipl. Pädagoge & Kinder- & Jugendlichenpsychotherapeut) Wendepunkt e.V.
    „Erst Betroffene*r, dann Täter*in? Umgang und Herangehensweisen“
    Im Workshop werden Praxis und Theorie verknüpft. Der Fokus liegt auf der therapeutischen Arbeit mit Menschen, die Traumatisches erlebt haben und sich grenzverletzend verhalten. Als erfahrene Praktiker stellen die beiden Referenten ihre Arbeitsweise vor und freuen sich auf eine kollegiale, kontroverse Auseinandersetzung mit der Fragestellung. Ausgehend von einem beispielhaften Fallverlauf sollen die verschiedenen Phasen betrachtet, kritische Punkte und wichtige Wegmarken beleuchtet werden. (Erst-) Beratung und therapeutische Ansätze werden differenziert bearbeitet.

 

  • Nina Glassl und Manuel Scherer  
    (Sozial-Pädagogin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin; Musiktherapeut), KJPP des Sana Regio Klinikums Elmshorn
    „Mit Löwen reden – Eigene Gefühle und eigenes Erleben im Kontakt mit traumaassoziierten Anteilen“            
    In diesem erfahrungsorientierten Workshop wollen wir gemeinsam mit den Methoden des Psychodramas unsere inneren Anteile entdecken und diese für die Begleitung von Kindern nutzbar machen. In der anschließenden Fallarbeit möchten wir gemeinsam spielerische Schritte in die praktische Umsetzung ausprobieren. Der WS ist geeignet für Fachkräfte, die pädagogisch, beratend oder therapeutisch mit Kindern arbeiten. Wir laden die TN ein zur Selbstreflexion und zum erfahrungsorientierten Lernen mit kreativen Methoden.

 

 

 Bleiben Sie gesund – herzliche Grüße aus dem Wendepunkt