THEMA

„SCHWERE BELASTUNGEN“
Folgen traumatisierender Erfahrungen
Interventionsansätze in Therapie, Jugendhilfe, Kita und Schule

INFORMATION

Außergewöhnlich belastende Ereignisse können eine akute Belastungsreaktion hervorrufen und langfristige Folgen haben, die das Leben betroffener Menschen erheblich verändern kann. Das Ausmaß der Störung hängt von der individuellen Disposition, der Vulnerabilität bzw. den zur Verfügung stehenden Ressourcen ab. Betroffene erleben sich als emotional massiv beeinträchtigt, entwickeln Depressionen oder aggressives Verhalten, ohne etwas dagegen tun zu können. Ihre sozialen Kompetenzen oder ihre Leistungsfähigkeit z.B. in der Schule oder auch am Arbeitsplatz können deutlich beeinträchtigt sein. Für etliche Flüchtlinge gilt darüber hinaus: Die Kraft, die für eine gelingende Integration nötig wäre, steht oft nicht zur Verfügung.

Fachkräfte aus der Jugendhilfe, aus Kita und Schule aber auch aus Therapie und Beratung brauchen Unterstützung im Umgang mit hochbelasteten Menschen. Dazu will der jährlich stattfindende Interdisziplinäre Trauma-Fachtag mit aktuellen Themen und Fragestellungen beitragen.

Kurzinformationen zu Inhalten und Referenten/innen

  • „Traumata, Traumafolgestörungen und Ressourcen von begleiteten und unbegleiteten geflüchteten Kindern und Jugendlichen“
    Franka Metzner (Dipl.-Psych.)
    Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

    Die Zeit vor, während und nach der Flucht ist für viele Kinder und Jugendliche von unterschiedlichen und teilweise langanhaltenden traumatischen Erlebnissen geprägt. Je nach Entwicklungsstand sowie abhängig von den vorhandenen Risiko- und Schutzfaktoren können die schlimmen Erlebnisse bei den geflüchteten Kindern und Jugendlichen zu psychischen Erkrankungen führen. Vorgestellt werden Erkenntnisse zu Traumata, Traumafolgestörungen sowie zu Ansatzpunkten für die Stärkung der Schutzfaktoren bei geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Deutschland.
  • „Kinder psychisch kranker Eltern und die transgenerationale Weitergabe traumatischer Erfahrungen“
    Prof. Dr. Silke Wiegand-Grefe (Dipl.-Psych.)
    Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, – psychotherapie und -psychosomatik, Universitätsklinikum Hamburg-  Eppendorf
  • „Jugendhilfe macht Schule – Herausforderung(en) der Traumapädagogik in der Schule“
    Eva-Maria Hoffart (Dipl.-Sozpäd., Fachpädagogin für Psychotraumatologie) und Gerald  Möhrlein (Dipl.-Päd., Sonderschulkonrektor, Fachpädagoge für Psychotraumatologie)
    SchulCHEN, Erich Kästner Kinderdorf, Unterfranken
    Besondere Kinder und Jugendliche brauchen besondere Wege, damit sie ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können. Wir berichten über die Entstehung unserer einzigartigen Ganztagsschule für traumatisierte Kinder und Jugendliche und zeigen auf, was die Besonderheiten unseres Konzeptes sind.
  • „Dissoziation – Entstehung, Erscheinungsformen und Umgang“
    Iris Hannig (Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapeutin, Traumatherapie)
    Leitung der Opferhilfe Hamburg
    Dissoziationen zeigen sich auf vielfältige Weise und in unterschiedlichen Ausprägungen, von normaler Stressreaktion bis hochpathologischem Symptom mit deutlichem Krankheitswert. Im Vortrag werden unterschiedliche Erklärungsmodelle und Erscheinungsformen vorgestellt. Durch das vermittelte Wissen wird das Erkennen und Einschätzen von Dissoziationen erleichtert. Tipps zum Umgang können den Kontakt zu Menschen mit dissoziativen Störungen verbessern, therapeutische Möglichkeiten werden angerissen.
  • „Puppenspiel in der Traumapädagogik und in der Arbeit mit hochbelasteten Kindern“
    Holger Platte (Dipl.-Sozpäd.), Dorothea Körner (Gestalttherapeutin, Fachberaterin Psychotraumatologie) und Anna-Lena Bartsch (Psychologin M.Sc.)
    Wendepunkt Elmshorn
    Kinder, die hochbelastenden Ereignissen ausgesetzt waren, brauchen vor allem Bezugspersonen, die sie im Umgang mit dem Erlebten unterstützen und ihnen heilsame Bindungserfahrungen ermöglichen. Besonders im pädagogischen Alltag ist es wichtig, Zugang zu hochbelasteten Kindern zu finden, um sie zu verstehen und angemessen auf sie eingehen zu können. Manchmal erschwert das Wissen um den traumatischen Hintergrund und die damit verbundenen Emotionen die weitere pädagogische Arbeit. Das Puppenspiel hilft dabei, diese anspruchsvolle Aufgabe zu erleichtern. Im Vortrag erfahren die Zuhörer Tipps und Techniken, wie der innere Zauber einer Puppe freigesetzt werden kann und wie das traumapädagogische Puppenspiel Kinder unterstützt, belastende Erinnerungen und Emotionen zu überwinden. Zudem bekommen die Zuhörer die Gelegenheit, die Puppenspiel-Methode mit Klappmaulpuppen vor Ort auszuprobieren.
  • Podiumsgespräch mit allen Referent*innen
    moderiert durch Dr. med. Eberhard Weinert
    ehem. Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie Elmshorn

ZIELGRUPPEN

Fachkräfte aus der öffentlichen und freien Jugendhilfe, aus Therapie und Beratung, aus Kindertagesstätten und Schulen sowie aus der Medizin

TERMIN

22. November 2017
von 09.00 – 16.30 Uhr
im Elmshorner Dienstleistungszentrum (EDZ)
Ramskamp 71-75, 25337 Elmshorn

KOSTEN

Dank der Unterstützung durch das
Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein:

65 € inkl. Suppenimbiss am Mittag und Getränken.

AKKREDITIERUNG

Wie im letzten Jahr wird der Interdisziplinären Trauma-Fachtag durch die Ärztekammer Schleswig-Holstein für die Erlangung des Fortbildungzertifikates anerkannt.
7 Fortbildungspunkte – Kategorie A

VERANSTALTER

Interdisziplinäre Trauma-Ambulanz Westholstein

Sie wird gemeinsam getragen von:

  • Wendepunkt e.V.
  • Regio Kliniken Kreis Pinneberg
    • Klinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie
    • Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
  • sowie dem Universitätsklinikum Eppendorf: Institut für Rechtsmedizin

ANMELDUNG

Bis zum 21.11.17 ausschließlich online über das Formular auf dieser Seite.

INFOS als PDF

Flyer_Trauma-Fachtag

Einladung 5. Interdisziplinärer Trauma-Fachtag 22-11-2017

Ergänzende Informationen zu den Beiträgen

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